Samstag, 19. September 2020

Die Autoren-Website

Die Autoren-Website


 Hallo an alle,

Länger war es etwas ruhig um mich, denn ich mache meine Website komplett neu. Das brachte mich auf die Idee, diesen Post zu erstellen. Ist eine Website nötig? Was muss sie haben? Was gibt es zu beachten? Hier werden diese und weitere Fragen dazu geklärt. 😉


Website - nötig oder ein Kann?


Bevor ich euch diese Frage erläutere, ein kurzer Exkurs zur Begrifflichkeit, was als Betreiber einer Website interessant ist. Oft wird Homepage, Webseite und Website synonym benutzt. Dabei ist die Website die Ansammlung vieler Webseiten (Über mich, Bücher, Impressum, Kontakt, ...) und die Homepage ist die Startseite. Die »Hausfront« eurer Website - eine Eselsbrücke, die ich mir aus meiner Ausbildungszeit als Mediendesignerin mitgenommen habe.


So, nach diesem kurzen Wissensfakt kläre ich die Frage: In den meisten Fällen ist es ein Kann, aber die Website ist deshalb keineswegs unnötig. Sie ist Teil eurer Eigenwerbung, sowie Lesungen, Profile in sozialen Netzwerken, Messestände und was ihr sonst noch zum Marketing für Geschütze auffahrt. Sie ist eure virtuelle Visitenkarte.


Professionelle Website vs. Baukasten


Eine der wichtigsten Fragen, die ihr euch stellt, ist wohl das Wie. Es gibt da verschiedene Möglichkeiten. Steht ihr am Anfang oder macht das eher im kleinen Rahmen, reicht ein kostenloser Anbieter aus. Meine erste Website entstand über Jimdo. Ich wollte eine Seite, aber weder viel Geld noch Arbeit investieren. Für den Anfang ist sowas völlig legitim. Solche Baukästen sind leicht zu handhaben und schon binnen kürzester Zeit ist die Website fertig. Dafür sind die gestalterischen Freiheiten eingeschränkt.


Eine weitere Möglichkeit ist, sie selbst zu erstellen. Das mache ich aktuell und nutze dafür das kostenlose Programm Notepad++. Der Vorteil ist, dass ihr in der Gestaltung völlig frei seid. Durch viele Tutorials ist es sogar für Anfänger machbar, eine Website zu entwickeln. Wird es gewünscht, kann ich auch dazu einen Post schreiben. Ein Kommentar reicht. 😉
Trotzdem benötigt es ein gewisses technisches Verständnis, um sich in die Thematik reinzudenken. Später muss die Webseite über einen Webhoster hochgeladen werden. Da gibt es kostenlose Anbieter und welche mit monatlichen Gebühren. Achtet darauf, dass die Bilder, die ihr verwendet, die Lizenz zur kommerziellen (nicht nur redaktionellen) Verwendung haben. Bei den gängigen Unternehmen reicht oft eine Standardlizenz zur Nutzung des Bildes im Internet aus.


Die dritte Möglichkeit ist es, die Webseite komplett in fremde Hände zu geben. Dies ist sicher die kostenintensivste Variante, aber kann für hauptberufliche Autoren eine sinnvolle Investition sein. Für Hobby-Autoren ist das meist unverhältnismäßig.


Was muss eine Website enthalten?


Es gibt zwei Pflichtsachen: Impressum und Datenschutz. Da viele kostenlose Generatoren im Internet die Erstellung anbieten, gehe ich auf den Inhalt und Wortlaut an dieser Stelle nicht näher darauf ein. Gern könnt ihr in mein Impressum schauen. 😉

Wichtig ist nur, dass ihr eure richtigen Kontaktdaten (Name, Adresse, etc.) angebt. Das mag bei einem Pseudonym schwierig erscheinen, doch dafür gibt es Lösungen, die ich kurz umreiße.

Die einfachste Variante sind Dienstleister, die für das Impressum angegeben werden können und dann Schriftverkehr, etc. weiterleiten. Das bietet Papyrus für Besitzer des Schreibprogramms an, aber andere Seiten ebenfalls. Sucht einfach Impressum- bzw. Pseudonymservice

Die zweite Alternative ist, einen Zustellungsbevollmächtigten zu wählen. Dieser leitet dann die Post weiter, ähnlich den Services, doch wird dies oft von Anwälten angeboten. Auch ein Verlag oder die Literatur-Agentur bietet das an.

Eine dritte Möglichkeit ist es, den Künstlernamen im Personalausweis eintragen zu lassen. Dafür muss eine überregionale Bekanntheit vorliegen. Beantragen könnt ihr das bei eurer Meldebehörde. Dort bekommt ihr auch Informationen zu diesem Thema.


Des weiteren ist da die Startseite, die oben benannte Homepage. Das ist die Seite, die den ersten Eindruck vermittelt. Gestaltet sie ansprechend und vermeidet Romane über euch. Dafür ist an anderer Stelle Platz. Hier könnt ihr zudem News anbieten, wie eure neuste Veröffentlichung, Lesungen, usw. Achtet darauf, dass diese News auch aktuell sind. Alte News werden einfach in einer Archivseite abgelegt. Auch ein Blog kann die News-Funktion darstellen.


Die nächste Seite ist eine oft unterschätzte Webseite: Über mich. Dort könnt ihr euch vorstellen. Ihr seid dann das Gesicht hinter dem Namen. Gestaltet den Text informativ, aber nicht langweilig. Ihr seid Autoren, also beweist hier ruhig Kreativität. Statt zu schreiben:

»Ich wurde im Jahr x in y geboren, ging in z zur Schule, lernte dann den Beruf und wohne nun dort.«

Weitet das noch auf 500 Wörter aus und die meisten Leser kapitulieren bei Absatz zwei. Besser wäre sowas:

»Ich wurde 19xx geboren und bin noch heute ein waschechter Hesse. Meine schriftstellerische  Ader zeigte sich im zarten Alter von sieben, als ich begann, Gedichte in die Poesie-Alben der Freunde zu schreiben. Der Schritt zur ersten Geschichte zeigte sich vier Jahre später. Es waren vor allem Fanfictions. Das erste Manuskript verfasste ich mit 26 Jahren ...« Es ist einfach auf das konzentriert, weshalb die Leute auf eurer Website sind: Wegen euren Büchern. Natürlich wird der Text beim Hobby-Autoren anders aussehen, als beim Vollzeitautor. Diese Seite ist mitunter die schwerste in meinen Augen und ein Texter kann helfen. Drauf gehe ich gleich näher ein.
Fügt ihr ein Bild von euch ein, achtet auf die Rechte. Bewerbungsfotos dürfen häufig nicht für eine Website genutzt werden. 

Die Webseite Kontakt ist auch hilfreich. Hier kann auch einfach ein Kontaktformular stehen.

Eine letzte wichtige Seite ist die über deine Veröffentlichungen. Hier könnt ihr eure Werke vorstellen und auch zu Anbietern verlinken. Aber Achtung: Bietet ihr hier selbst Bücher an (eigener Onlineshop, ...) oder Fanartikel an, dann gilt das als Gewerbe. Mehr dazu finden ihr in dem Post zum Thema Tätigkeit als Autor anmelden


Texte selbst schreiben oder Texter engagieren?


Ich habe meine erste Website selbst getextet - ich bin froh, bei meiner neuen Website einen Texter zu engagieren - und das ist gar nicht so preisintensiv, wie ihr vielleicht vermutet. So wenig wie Lektoren ihre eigenen Manuskripte lektorieren sollten, so wenig sollten Autoren die eigenen Seiten betexten. Das Problem ist einfach: Bei sich selbst übersehen alle ihre selbstgemachten Fehler. Das ist auch ganz normal, da das Gehirn eine subjektive Haltung zum Text eingenommen hat. Mir fällt es ohnehin schwer, über mich zu schreiben, und da kann ein Dritter hilfreich sein. Ich habe in Facebook (bei Texterjobbörsen) und in ebay eine Anzeige reingesetzt. Daraufhin wurden mir unzählige Angebote geschickt. Lasst euch Arbeitsproben und Referenzen sowie den Wortpreis geben (Stundensätze finde ich schwer kalkulier- und nachprüfbar). Dann überlegt, was ihr erwartet. Sollen die Texte überzeugend sein, locker, der Texter selbst Autor sein, etc. Für meine Webseite, auf der ich ja vier Dienstleistungen anbiete, rechne ich um die 700 Wörter. Bei einer Autorenseite würde ich 300 - 500 Wörter schätzen ohne Buchbeschreibungen. Letztlich ist es eure eigene Vorstellung darüber, wie viel da stehen soll. Ich mag es lieber kurz und knackig. 😉

Der übliche Wortpreis liegt bei 8 bis 12 Cent pro Wort. Das ist so die breite Masse, insgesamt reichte es von 3 Cent bis 1 Euro pro Wort. Das heißt bei 500 Wörtern 40 € bis 60 €, was ein verschmerzbarer Preis ist. Ihr könnt auch einen Text entwerfen und aufgrund eurer Wortzahl kalkulieren. Lasst ihr den Text lektorieren, würde er zwar aufgehübscht, aber der Inhalt bleibt derselbe.


Fazit


Eine Website ist nicht zwingend notwendig, aber empfehlenswert. Ob nun der kostenlose Baukasten oder eine Erstellung durch den Profi hängt vom gewünschten Effekt ab. Es gibt einige rechtliche Dinge zu beachten wie das Impressum, wobei hier durchaus die Wahrung des Pseudonyms möglich ist. Bei Bildern ist auf die Lizenz zu achten.

Ich hoffe, der Beitrag hat euch geholfen und für Anmerkungen, Wünsche, Lob oder Kritik steht die Kommentarfunktion zur Verfügung.

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